Bitterstoffe & Wildkräuter: Warum Löwenzahn und Wegwarte zurück in den Napf gehören
Wissen Sie, was mir in den letzten Jahren immer wieder auffällt? Immer mehr Tierhalter kommen zu mir und fragen nach den guten, alten Wildkräutern. Nach Löwenzahn, nach Wegwarte, nach all den Pflanzen, die früher ganz selbstverständlich auf jeder Wiese wuchsen. Und das freut mich von Herzen, denn genau diese Vielfalt ist auf vielen Weiden heute kaum noch zu finden.
Heute möchte ich Ihnen erzählen, warum diese bescheidenen Wildkräuter so eine treue Fangemeinde haben – und warum sie bei mir im Regal einen festen Platz haben.
Die Wiese von früher gibt es kaum noch
Wenn ich an die Wiesen meiner Kindheit denke, dann sehe ich vor mir ein buntes Durcheinander: Löwenzahn, Wegwarte mit ihren himmelblauen Blüten, Spitzwegerich, Schafgarbe – ein richtiges Kräuterparadies. Viele Weiden und Wiesen sind heute dagegen sehr „aufgeräumt“: sattes Gras, aber kaum noch die alte Artenvielfalt. Genau deshalb greifen so viele Halter wieder bewusst zu naturbelassenen Wildkräutern, um ihren Tieren ein Stück dieser ursprünglichen Vielfalt zurückzugeben.
Bitterstoffe – der Geschmack, den die Natur mitbringt
Löwenzahn, Wegwarte und Tausendgüldenkraut haben eines gemeinsam: ihren typisch herben, bitteren Geschmack. Diese Bitterstoffe gehören ganz natürlich zur Wiesenkost dazu – und ich verspreche Ihnen dabei keinerlei Wirkung, sondern erzähle Ihnen einfach, was ich aus vielen Jahren weiß: Viele Tiere nehmen diese herben Kräuter mit großem Interesse an, gerade weil sie geschmacklich etwas anderes sind als das immer gleiche Heu.
Beim Löwenzahn haben Sie bei mir die freie Wahl, je nachdem, wen Sie füttern. Für Kaninchen, Meerschweinchen und Co. ist der Löwenzahn fein geschnitten getrocknet ideal, weil die feine Schnittgröße gut in den kleinen Napf passt. Pferdeleute greifen gern zum Löwenzahnkraut getrocknet aus deutschem Anbau – frische Ernte, nicht gespritzt. Und wer es lieber kompakt und staubarm mag, findet bei mir auch Löwenzahn-Pellets.
Die Wegwarte geschnitten ist so ein richtiges altes Wildkraut mit Charakter – früher wuchs sie an jedem Wegrand. Sie eignet sich wunderbar, um die Kräuterauswahl im Napf etwas abwechslungsreicher zu gestalten.
Naturbelassen – das ist mir wichtig
Bei Wildkräutern lege ich großen Wert auf gute Qualität: schön grün, angenehm nach Wiese duftend, schonend getrocknet und ohne unnötige Zusätze. So bekommen Ihre Tiere ein Stück echte Natur in den Napf – mehr braucht es gar nicht.
Wie immer mein ehrliches Wort dazu: Wildkräuter sind eine schöne, naturnahe Ergänzung und kein Wundermittel. Führen Sie neue Kräuter langsam ein, beobachten Sie Ihr Tier und finden Sie heraus, was ihm schmeckt. Und wenn Ihr Liebling einmal kränkelt, ist und bleibt der Tierarzt die richtige Adresse.
Zum Schluss
Manchmal sind es eben die bescheidenen Pflanzen vom Wegrand, die am meisten Freude machen. Wenn Sie nicht recht wissen, mit welchen Wildkräutern Sie anfangen sollen – schreiben Sie mir einfach. Ich pläudere über Kräuter wahnsinnig gern und finde mit Ihnen zusammen die passende Auswahl.
Bleiben Sie naturverbunden!
Häufige Fragen zu Bitterstoffen & Wildkräutern
Welche Wildkräuter gehören zu den bitteren Sorten?
Die bekanntesten sind Löwenzahn, Wegwarte und Tausendgüldenkraut. Ihnen gemeinsam ist der typisch herbe Geschmack, der ganz natürlich zur Wiesenkost dazugehört – viele Tiere nehmen diese Kräuter gerade deshalb mit Interesse an, weil sie geschmacklich etwas anderes sind als das immer gleiche Heu.
Welche Schnittgröße passt zu welchem Tier?
Für Kaninchen, Meerschweinchen und Co. ist fein geschnittener Löwenzahn ideal, weil er gut in den kleinen Napf passt. Pferdeleute greifen lieber zum ganzen Löwenzahnkraut, und wer es kompakt und staubarm mag, nimmt Pellets.
Kann ich Wildkräuter nicht einfach selbst sammeln?
Grundsätzlich schon – aber bitte nur an Stellen, die weit weg von Straßen, gespritzten Feldern und Hundewegen liegen, und nur, wenn Sie die Pflanze sicher erkennen. Getrocknete Ware hat den Vorteil, dass Qualität und Sauberkeit gleichbleibend sind: schön grün, nach Wiese duftend, ohne Staub und Schimmel.